Kimba's Tagebuch
15. Jänner 2012:
Hallo Heidimama,
das war ja "Pippifax", was sie heute beim freiwilligen "Hundeführerschein" verlangten, und natürlich bin ich auch in Besitz von diesem Lappen.
Mein Bruder denkt ja immer nur an Mampfen, für mich darf meine Karin das Ersparte in Lebensnotwendigerem investieren:Ball...Ball... Beißwurst...
Bussi, eure A - Wienerin
27. März 2011:
Juchhuu, liebe Salzburger - Mami, du wirst es nicht glauben - ich hatte am 18. März meinen ersten, nein, eigentlich meinen zweiten Nachtausgang.
Alle bei uns im Verein nannten es Nachtübung, und ich habe von 24 möglichen Punkten alle 24 Punkte erreicht.
Du merkst ja, es sprudelt so richtig aus mir heraus, bin mit zwei Sätzen schon am Ende angekommen, nun aber von Anfang an.
Alllllsoooooo - ich hatte diesen Tag bezüglich "Action" schon abgehakt, hatte mich bereits gemütlich in mein Bettchen gekuschelt, als urplötzlich wieder Leben in die Bude kam. Erwähnen möchte ich noch vorher, dass an diesem Tag nicht wirklich das Lieblingswetter meiner Karin vorherrschte - es hatte den ganzen Tag über wie aus Kübeln gegossen.
Wagemutig, bereit sich in die Wasserfluten zu stürzen, stülpte sich meine bessere Hälfte eine wetterfeste Schicht nach der anderen über. Selbstverständlich stand ich sofort wie ein Zinnsoldat parat, denn so verkleidet sich mein Frauli nur, wenn sie MIT mir die Gegend unsicher macht. Unsere kleine Freundin Vanessa war auch mit von der Partie.
Tatsächlich ging es Richtung Auto, überrascht und freudig behüpfte ich meine Autobox, harrend der Dinge, die ja gegen 20.00 Uhr ungewohnter Weise auf mich, auf uns zukommen würden.
Nach kurzer Zeit kam mir die Fahrtroute bekannt vor, sie lenkte ihr Vehikel Richtung Übungsplatz. Dauerregen prasselte aufs Autodach, der Scheibenwischer hatte zu tun, diese Unmengen von Wasser in den Griff zu bekommen.
Dort angekommen hieß es:"Aussteigen, raus in die Fluten!" Ich fand das Ganze sehr aufregend, konnte mir aber auf diese übertriebene Nachtaktivität meiner Karin nicht wirklich einen Reim darauf machen.
Bei unserem Vereinsheim gelandet fiel mir erst auf, wie viele Leute und Hunde zu dieser nachtschlafenden Zeit auf der Terrasse waren. Überall Verführung zum Spielen pur, oder vielleicht zum Totküssen, doch ich musste sitzend braves Mädchen spielen.
Wirklich und ehrlich, nur aus purer Langeweile und Trotz der Fadisierung gegenüber stimmte ich eine Abendserenade an.
Sie fiel meiner Meinung nach etwas zu kurz aus, denn innerhalb weniger Minuten hieß uns eine Stimme aus dem Hintergrund:"Karin, ihr geht gleich los, von dannen mit deiner Sopranistin!"
Karin atmete laut durch und meinte lapidar in meine Richtung:" Kimba, du machst DAS ordentlich, du kennst es ja schon!"
Keine Ahnung, wovon sie da sprach, mir war wichtig, dass sich etwas rührte.
Schon jetzt sah meine Bossin aus wie eine getaufte Maus, Klein - Vanessa nicht anders, mit Taschenlampen bewaffnet führte uns unser Weg Richtung Auwald.
Meine Augen hatten sich gerade an die Dunkelheit im Wald gewöhnt, als .............
Station 1 der Nachtübung ........ aus dem Gebüsch ein Mann mit einem Armverband herausstieg. Ich überlegte intensiv wegen seines Verbandes, ob er mit mir schon einmal Schutzdienst gemacht hatte bzw. ob ich ihn kenne. Da grollte aus dem Hintergrund eine mir bekannte Stimme:"Gib den Ärmel her!"
"Harrrryy - dich kenn' ich - ich komme........ Turbo einschalten und rumms - mit voller Beißkraft in den Ärmel!"
Nachdem ich ein Leckerli ins Goscherl gesteckt bekommen hatte, watschelten wir den aufgeweichten Waldweg weiter,......
Station 2 der Nachtübung - "Brandy"........lallende, lärmende und grölende Betrunkene. Ich halte im Gegensatz zu meiner Schwester April nichts von Alkohol, schnappte mir ein präsentiertes Würstchen und ließ Schnaps Schnaps sein.
Anschließend zweigte der Nachtparcour in die absolute Pampa ab, ein weißes Band(benötigen das nicht eigentlich Behinderte?) - zickzack durch den Urwald.
"Mann, war das aufregend, überall etwas zum Schnuppern und Düfte inhalieren, einmal links, einmal rechts, Vanessa mit ihren Leuchten als Unterstützung, mein Wauwau hinten an der Leine, die meinen Übereifer einfach nicht begreifen wollte!"
"Kimba, zieh' nicht so, Kimba langsam, Kimba hör' auf zu zerren!" Bei nächster Gelegenheit schenke ich ihr ein Tonband!
Und da, nach gefühlten Kilometern zwischen den Stationen,.....
Station 3 der Nachtübung - eine flatternde Plane mit Plastikflaschen und Bierdosen.
"Phhh, diese Spielchen kenne ich doch schon seit meiner Babyzeit bei dir, liebe Mamiheidi, also mit Entdeckerfreude weiter."
Kurz nach einem roten Auto schlängelte sich der Weg bergab, vorher rief uns noch jemand zu:"Karin, pass' auf, da geht's runter!"
Sofort pfiff mein Frauli mich zurück:"Langsam, Kimba, sonst sitz' ich auf meinem Allerwertesten!"
Das konnte ich ihr NICHT antun und deswegen schaukelte ich meinen sexy Körper in manierlichem Tempo in die Senke. Von dort ging's wieder den Hügel rauf.
Aber, aber, dann kam's:" Kimba, voran, zieh' mich hoch!"
Kennst du deine Kimba, Heidimami, zuerst Kraut ausschütten und dann meine Hilfe wollen?
Wie ein Bock blieb ich stehen und ließ SIE alleine rauf wurschteln. Erst dann machte ich zwei elegente Sprünge zu ihnen hinauf.
In der Zwischenzeit waren nicht nur meine menschlichen Begleiter zum Auswinden, sondern auch mein dichtes Haarkleid war bis zu den Wurzeln tutschnass und das Wasser rann an meinem langen Fell an mir hinunter.
Endlich, im Sinne meiner Karin, kamen wir wieder auf einen ordentlichen Trampelweg, da sah ich von Weitem......
Station 4 der Nachtübung - Bobbycars mit Fell getarnt als Wildschweine, von einer zur anderen Seite gezogen. Auf einmal fiel ein Wildschwein am Straßengraben zur Seite, ich vermute mal "Ertrinkungstod".
Als Station 5 der Nachtübung fuhr uns ein Auto entgegen, in Wien keine Seltenheit, dessen Fahrer nur mit meinem Frauli quatschen wollte. Gottseidank ließ sie sich nicht auf ein Plauderstündchen ein und wir erreichten bald......
Staion 6 der Nachtübung - auf der angrenzenden Wiese wurde mit allem Tamtam eine wilde Party gefeiert.
Schön langsam hatte auch ich von dem Durchzugsregen die Nase voll, da kreuzten wir den Waldweg, der zum Agilityplatz führt.
"Das ist was anderes, juchhhe, wir gehen turnen, glatschnass vergessen, auf geht's!"
Als bewegliche Station 7 der Nachtübung trat eine Radfahrerin in die Pedale und gondelte an uns vorbei.
"Kein Turnen, Richtungsänderung Schutzwiese, Harry, wir sind schon unterwegs!!!!!"
Doch da stand ungewohnter Weise ein Papiercontainer und Karin musste den Hebel betätigen. Der Deckel wippte hoch und das Müllmonster Martina sprang uns an.
Ich schüttelte nur meinen Kopf und dachte mir:"Lass' den Unsinn, dich kenne ich doch auch!"
Das war die 8. und letzte Station der Nachtübung.
Ziel erreicht, Nase voll(Karin und Vanessa) und wenn ich ehrlich bin, ich auch.
Durchtränkt, aufgeweicht, leicht!!!!! verschmutzt, müde und k.o., schleppten wir unsere ausgepowerten Körper zum Parkplatz.
Dort wurde ich mit Handtüchern so gut es ging abgerubbelt, die Autoheizung auf voll gedreht.
Zuhause im Stiegenhaus zogen Karin und Vanessa ihre viele Schichten aus, die als Kleider fast nicht mehr zu erkennen waren.
Vollkommen erledigt fielen wir in dieser Nacht ins Land der Träume, aber stolz und zufrieden:
24 von 24, die haben wir uns schwerstens verdient!
Bussi, deine hübsche Kimba aus Wien
27. Jänner 2011:
Hallo ihr lieben Salzburger,
ich melde mich nach meiner überstandenen Knieerneuerungs - OP wieder zurück. Am Dienstag, nach fünf Tagen Aufenthalt durfte ich die Klinik verlassen, Hinkelotta im extremsten Fall.
Gerhard holte mich ab, natürlich im Heck meine kleinere Hundedame. Unser Leichtgewicht Buffy durfte mit ins Krankenhaus. Als sie mich erblickte, stürmte sie lauthals schreiend auf mich zu und landete mit einem Hops auf meinem Schoß, ich saß ja im Rollstuhl. Ich hatte das Gefühl, die ganze Belegschaft des Hospitals war zusammen gelaufen, so gebärdete sich mein Zwergilein.
Meine Freundin Alex hatte sich inzwischen um meine hübsche Schwarze gekümmert, denn vor ihrer Begrüßung hatten wir alle etwas Spundus. Alex meinte sogar noch spöttisch:"Das Beste wird sein, du besorgst dir einen Haifischkäfig, bevor du sie auf dich los lässt!"
So hatten wir entschieden, dass ich, leidende Karin, als Erste in die Wohnung humple, mich bzw. mein neues Knie sozusagen verbarrikadiere, und erst dann Gerhard mit unserer Kimba nachkommt.
Ich war auf alles gefasst, sah mich in Gedanken eventuell schon wieder Richtung Klinik unterwegs. Immerhin hatte mich meine Hübsche 5 Tage und 6 Nächte nicht gesehen. Sie hatte in dieser Zeit furchtbar gelitten, saß immer am Fenster und hielt Ausschau nach mir, jagte Gerhard 3-4mal die Nacht hinunter, um nur zur Straße vorzulaufen, um nachzusehen, ob ich nicht doch noch auftauchen würde.
Ich hörte sie schon im Stiegenhaus, dann ging die Türe auf.
"Heidi, jetzt frage ich dich ernsthaft, was sind das für wundersame Wesen, die ihr da gezüchtet habt? Du kennst doch alle deine überkandidelten HohenSalzburgerInnen, Daniel Düsentriebe in ausgeprägter Form, 24 Stunden rund um die Uhr."
Da erblickten mich zwei der wunderschönsten, bernsteinfarbenen Augen, da robbte ein glänzend schwarzes Hundemädchen auf mich zu, mit angelegten Ohren, schwanzwedelnd, an meinem Verband schnuppernd,
SO VORSICHTIG, SO LIEBEVOLL,
mir fehlten die Worte.
Eigentlich dachte ich, ich würde "Bleib weg!", "Pass auf!" oder "Zurück, Kimba!" brauchen!
Ganz behutsam setzte sie sich neben mich, inhalierte meine Liebkosungen und strahlte mich an.
Ist es nicht faszinierend, wie sich meine HohenSalzburgerin geben kann, wenn man bedenkt, dass ich sie üblicherweise mindestens dreimal am Tag an der Wäscheleine aus dem Fenster hängen könnte, weil sie mir den letzten Nerv auch noch zieht?
Als ich mich am Abend irgendwie in mein Bett gewuchtet hatte, einen Polster unter meinem operierten Knie, kam Kimba sofort an, legte sich schmusig an meine Seite, ich knetete ihre Pfoten, sie nukelte an meinem Daumen und schlief weg. Meine Prinzessin war vollkommen erledigt, jetzt konnte sie endlich den versäumten Schlaf aufholen und den Wartestress ablegen.
Kurz, nachdem sie eingemützt war, vernahm ich einen Seufzer, den ich noch nirgends gehört hatte und den ich nie vergessen werde.
Aus dem tiefsten Inneren löste sich die Anspannung, die Angst, die Ungewissheit in Zufriedenheit und Glückseligkeit auf!
Weißt du Heidi, WIE abgöttisch ich diese meine schwarze HohenSalzburgerin liebe, sie ist mein Traum!
Alles Liebe, deine Karin
11. Jänner 2011:
Servus Heidimami, hast du den Weihnachts- und Neujahrsklimbimm auch einigermaßen gut überstanden? Unsere Wohnung schaut auch wieder richtig nackig aus, mein Gerhard und meine Karin haben "abdekoriert" - so nennen sie das.
Ich habe auch fleißigst "entdekoriert", aber nicht in unserem Wohni, sondern bei unserer Freundin Lizzy. Als meine Karin mich am Abend von dort wieder abholte, drückte ihre Freundin Lizzy mit der Frage:"Du bist hoffentlich gut versichert?" eine Aufstellung von Inventar in die Hand, welches UNGLÜCKLICHERWEISE und ZUFÄLLIG während meiner Anwesenheit bei ihr in Brüche ging.
Arme Karin, mea culpa, ich Kimbanator, bin die einzig Schuldige (das muss ich jetzt einmal sagen, denn sonst bekommt mein Frauli den Eindruck, dass du zu mir hältst, Heidimami!)
Du kennst dich nun bestimmt nicht aus, also beginne ich von Anfang an:
Meine Wiener Family, besser gesagt, die EINE Hälfte meiner Wiener Family, hatte spontan entschlossen - der alte Teppichboden im Wohnzimmer muss heraus, und das so schnell wie möglich.
Du kennst ja ihre zackige Entschlusskraft: bestellt, bezahlt und besser gestern als morgen geliefert und verlegt.
So nahte der Tag der Grundrenovierung, ICH sollte kurzerhand zu unserer Freundin Lizzy ausgestiftet werden.
Meine Karin brachte mich selbst ins Exil, doch den ersten Schock erlebte ich bereits in der geöffneten Türe des Aufzuges. Da stand mir doch plötzlich ein schwarzes Ungeheuer gegenüber, frech und selbstbewusst wie ich. Zeigte ich die Zähne, zeigte es auch seine Beißerchen, stellte ich die Haare auf, kam im selben Moment dessen Bürste hoch.
Ich weigerte mich mit Leibeskräften, stemmte mich mit allen Vieren gegen, ließ mich auch am Halsband nicht vorwärts zerren:"Da hinein bringen mich keine 10 Pferde!"
Falsch gedacht, Kimbalein, mit einem heftigen Poporempler schob mich die zur Hilfe kommende Lizzy in den Lift, während meine Karin zu lamentieren anfing:"Du spinnst, du machst dir vor deinem eigenen Spiegelbild in die Hose!"
So ein Quatsch, ich wusste ganz genau, dass dieses Ungetüm mit uns in dem kleinen Kasten war und drehte ihm bockig den Rücken zu. Dass sein Name "Spiegelbild" ist, wusste ich nun, aber es kratzte mich überhaupt nicht, ich ignorierte es.
Aber in Lizzy's Wohnung kam erst das dickere Ende, meine Karin boxierte mich hinter die Türe und war wieder verschwunden. Vom Gang her konnte man noch hören:"Ich hole sie am Abend wieder, wenn wir den Boden verlegt haben!"
Zu Tante Lizzy's Haushalt gehören auch Vierbeiner, einer davon ärgert mich ganz besonders. Auf Schritt und Tritt hinter mir her, das war wie "die Luft zum Atmen nehmen".
Ob die Haushaltsversicherung akzeptiert, dass ich "Dampf ablassen" musste? Hoffentlich, denn sonst köpft mich meine Karin.
Also liebkoste und umarmte ich den Gummibaum im Badezimmer zu intensiv, hätte den Wäscheständer nicht als Ringelspiel zweckentfremden dürfen und hätte auch nicht blitzartig versuchen sollen, die kleine lästige Mistbiene, flink wie ein Wiesel, durch die Wohnung galoppierend, zu jagen und zu erwischen.
Meine Sinuskurve war etwas zu eng bemessen, die flatternden Stoffbahnen an der Türe in meinem Verfolgungsweg, im Hintergrund das hysterische Lizzygeschrei:"Steh', steh', steh' .....", doch es war bereits zu spät - eingewickelt in die Stofffetzen, alles Gute kommt von oben......
in diesem meinen Falle die gesamte Garnische mit Gestänge, mit einem Rauschen und Krachen auf mich nieder.
Alles Weitere kann ich mir ersparen, ein enormer Flurschaden, angerichtet durch deine (ihre) Kimba.
Ich habe doch anfänglich diesen Zettel erwähnt, den Lizzy meiner Karin gleich beim Betreten der Wohnung vor die Nase gehalten hat:
An die Haushaltsversicherung
von Karin Poihs
Fremdverschulden durch (sie war auch noch amtlich) Angry von der HohenSalzburg
liebevoll gepflegten, groß gezogenen Gummibaum misshandelt, geköpft und entwurzelt
einem Wäscheständer den Drehwurm zugefügt
2 Vorhangschals rücksichtslos zum Zopf gedreht, dadurch einer Gardinenstange mit Gestänge zum Absturz verholfen
pro Stunde 20 Tropfen homöopathisches Beruhigungsmittel
Lizzy's anhaltende Farbphobie gegen Schwarz
Ich saß da wie ein Unschuldslämmchen, meine Karin drehte sich wortlos um, rief "Danke" und schlapfte etwas sehr müde und angeschlagen mit Lizzy's Anklageschrift in ihrer Hand in Richtung unseres Hauses.
Ich, kleines schwarzes Hundemädchen, trottete hinter ihr her, weißt du, dass wir HohenSalzburger selten, aber doch, ein schlechtes Gewissen bekommen?
Mein zweites Ich murmelte in mich hinein:"Also das war wohl wieder notwendig, schau' dir dein Frauli an, abgespannt und zum Umfallen, hundemüde, sie hat nicht einmal mehr die Kraft für ein ordentliches Donnerwetter!"
Upps! Meine Karin kann dazu nie zu müde sein - Donnerwetter, ich halte lieber Abstand!
Zu meiner Verteidigung, Mama Heidi, die Versicherung hat die Begründung "Dampf ablassen" zu den von mir angerichteten Folgeschäden ausnahmsweise akzeptiert.
Prämienerhöhung wahrscheinlich!
23. November 2010:
Es hätte gerade noch gefehlt, dass SIE dieses Ding aufgesetzt hätte!
Mann oh Mann, hat DIE sich aufgeführt, das hättest du erleben sollen, liebe HohenSalzburger - Mami. Sie konnte sich überhaupt nicht mehr einklinken, da war der 30 - jährige Krieg ein Klacks dagegen.
Aber hör' zu!
SIE, meine Karin, hat ja gar keine Zeit mehr für mich. Tagtäglich verlässt sie gschneitzt, gschminkt und kammpelt ganz Früh das Haus, um in IHR Büro zu schwanzeln.
Ich, arme Kimba, muss mich in der Zwischenzeit mit meiner kleinen Freundin Buffy und unserem braven Gerhard vergnügen.
Dann, als unserer Karin endlich wieder einfiel, dass es uns auch noch gibt, schneite sie für einen kurzen Moment in unsere Wohnung, deponierte Eingekauftes auf dem Schrank und flatterte mit wenigen Worten:"Ich bin beim Frisööööör!" wieder beim Zimmermannsloch hinaus.
Mir blieb im wahrsten Sinn des Wortes die Spucke weg, flutsch war sie!
Zuerst wollte ich mich wieder in mein Kuschelbett legen, doch dann stachen mir die Einkaufssachen in meine Bernsteinaugen. Sie zogen mich magisch an!
Ich schnubbelte bei diesem, ich schnubbelte an jenem - uninteressant. Aber dann entdeckte ich so kleine Schachteln, die mein Interesse weckten. Heimlich, still und leise, hinter Gerhard's Rücken, zog ich mir vorsichtig eine herunter.
Zuerst öffnete ich etwas ungeduldig die Verpackung, da steckte ein kleines rundes Röhrchen drinnen. Bei näherer Betrachtung und intensiver Geruchsaufnahme erinnerte mich dieses unbekannte Etwas an die Dinger, dessen Inhalt sich meine Karin bei ihrer Morgentoilette förmlich über ihren Körper gießt.
"Wie macht man solche Duftflaschen nur auf?", überlegte ich angestrengt. "Karin's Flakons haben doch ein Loch, vielleicht muss ich diesem Duftfläschchen erst eines machen?"
Gedacht, getan! Herzhaft biss ich hinein, ein zischendes Geräusch, es strömte in meinen Mund, in meine Nase, in meine Augen, verteilte sich über meinen ganzen edlen Körper, der etwas andere Duft kroch unaufhaltsam durch unsere gesamte Wohnung.
Wie von der Tarantel gestochen sauste Gerhard in die Höhe:"Kimba, was hast du angestellt, gib' das "One touch" sofort her!"
Das hätte er mir auch früher sagen können, dass dies ein "One touch" und nicht ein "One Biss" war. Zu spät!
In Windeseile brachte mein Herrli wieder alles in Ordnung, lüftete gut durch, doch dieser intensive Geruch wollte und wollte nicht verschwinden, sondern vermengte sich mit dem Briseduft, der aus dem Wohnzimmer pumpte. Eine Kombination, die meine Karin zur "Donna rabiata" werden ließ, als sie etwas später nach Hause kam - frisch gestylt.
Sie schrie und werkte, riss alle Fenster auf, pfiff mich an:"Geh' weg, du stinkst gotterbärmlich!", nahm einen Waschlappen, rubbelte mir lieblos das Gesicht und mein Köpfchen, doch es half alles nichts.
Die Fenster blieben sperrangelweit offen, wir mussten lange Zeit in dieser Eiseskälte bleiben, unsere Zweibeiner zogen sich ihre Mäntel an und trotzdem bibberten sie vor sich hin.
Wenn ich versuchte, gut Will' zu zeigen und mich an sie schmeicheln wollte, hörte ich nur ein barsches:"Verschwind', du Stinkbombn!"
Ewig lang dauerte unsere Kaltluftkur, bis meine Karin meinte, nun sollte der frischen Luftzufuhr genug sein.
Nach diesem "Affenzirkus" befürchtete ich schon, mein Frauli würde mir aus Zorn meine abendliche Gassirunde mit unserer Freundin Alex streichen.
Aber vermutlich hoffte sie, von mir würde das "One touch" in der frischen Wienerluft etwas abdampfen.
Voller Freude begrüßte ich unsere Alex, die abrupt die Nase rümpfte und Karin vorwurfsvoll fragte:"Sag' mal, parfürmierst du deine Kimba jetzt auch schon ein, von der kommt eine Wolke herauf?"
Das nennt man bei euch Menschen: Öl ins Feuer gießen.
Das Funkeln in Karin's Augen verhießen nichts Gutes, ich entschloss mich sehr spontan, den Abstand zu ihr zu vergrößern.
Von weitem hörte ich Karin's Antwort:"Häuslspray, verstehst!!!!!!!"
Alex darauf kleinlaut:"I bin scho stad!"
11. November 2010:
14. Oktober 2010:
Hallo Mami Heidi,
eigentlich wollte ich dir persönlich von meinem "Crash" erzählen, in Oggau, wie unser Treffen geplant war. Aber leider liegt dein Wolfgang mit einer Lungenentzündung niedergestreckt, das hat mir meine Karin heute erzählt, und deshalb können wir uns am Wochenende nicht sehen.
Also vorweg, SIE ist wie immer schuld!
WER sonst?
Sie denkt nicht wie eine HohenSalzburgerin, sie handelt nicht wie eine HohenSalzburgerin und sie hat auch bei weitem nicht das Rasante einer HohenSalzburgerin.
Doch lass' mich erzählen:
Wie jeden Abend machten wir uns gegen 22.00 Uhr noch auf unsere "Gutschlafengassirunde".
Ich mag es sehr, im Dunkeln durch Wien zu streifen, Unholde aufzuspüren und andere Kobolde aus tiefer Brust zu stellen und zu verbellen.
Ich, Vorhut meines Geschwaders, schon in einem ziemlich großen Abstand zu meiner Karin und Konsorten.
Das alles geht mir immer viel zu langsam, glaubst du vielleicht, sie würde einmal den 2. Gang einlegen, damit sie mein Tempo halten könnte? NEIIIN!
Ständig muss ich auf meine Schneckenpost warten, mich immer wieder umdrehen, wo mein Rudel denn bleibt!
Und plötzlich: Krach, bumm, bäng, Klappern in meinen blanken Zähnen, Knarren in meinem Nasenbein, Durchschütteln meines edlen Köpfchen's - Sternchen vor den Augen!
Mann, mir war so schwindlig, es drehte sich alles vor meinen Augen, meine Beinchen schlotterten, dass man sie vermutlich bis Grinzing hören konnte.
Ganz undeutlich, aus weiter Ferne, hörte ich die mir wohlbekannte Stimme meines Frauchens:" Kimba, Schatzi, hast du AUA?"
Ich hob meinen Blick, da kam meine Karin in einem rauschähnlichen Zickzackkurs, so nahm ich es wahr, auf mich zugeschossen.
Doch so schlimm war mein Zustand noch nicht, dass ich mir nicht denken konnte:"JETZT kann sie ihre Beine in die Hand nehmen!"
Muss denn wirklich immer vorher etwas passieren, hätte sie sich nicht eher meinem flotten Tempo angleichen können, so hätte ich diesem Eisentrumm, das plötzlich meine Laufbahn kreuzte, ausweichen können.
Bussi's und Streicheleinheiten meiner Holden trösteten zwar ein wenig, doch meinst du vielleicht, liebe Heidimami, SIE hätte sich für den Rest unserer Nachtrunde geschwindigkeitsmäßig etwas ins Zeug gelegt? NE, in wohlbekanntem Schlaftablettengang beendeten wir unseren Spaziergang.
Das ist meine Karin, lamentieren, wenn etwas passiert, aber vorher nichts dagegen tun wollen!
Liebe Brüderchen und Schwesterchen von HohenSalzburg, geht diesem Unding lieber aus dem Weg, macht nur Kopfweh!
Meine Wienermami, lieb ist sie trotzdem, und sie hat aus diesem Vorfall auch etwas gelernt.
Beim Wiener Magistrat hat sie zum Schutz für schöne, schwarze Hundemädchen (damit bin ich gemeint) Warnschilder für jede Laterne beantragt, die sie selbst entwerfen ließ.
Ist sie nicht süß, meine Karin?
13. September 2010:
7. September 2010:
Liebste Heidimami,
du darfst jetzt "SIE" zu mir sagen, denn seit 4. September bin ich kein Baby mehr, sondern ein erblühendes, gnädiges Fräulein.
Wenn ich den richtigen Mann finden würde, so wie mein Papa Franjo es ist, dann könnte ich eigentlich bald eine Hundefrau und im November bereits eine Hundemama sein, hab' ich recht?
Und vielleicht vielen ( 11, 12, 13 .....?) kleinen Zwergen das Leben schenken, Mann oh Mann, da gäbe es EINE, nämlich die MEINE, die würde vermutlich der Schlag treffen und die anderen Bewohner der Siedlung würden das Weite suchen.
Weißt, sie alle verkraften zwar mich und mein Stiegenhausgekläffe, aber wenn da noch zahlreiche kleine Babys hinterher wutzeln würden und die Stimme ihrer Mama vererbt bekommen würden, da würde wahrscheinlich der Stephansdom zu zittern und wackeln beginnen.
Meine Karin freut sich wie ein Honigkuchenpferd über meine Läufigkeit, denn "GESCHEITE" Leute, die kennen uns von HohenSalzburg nicht, haben ihr eingeredet, dass ich nun auch ruhiger, ausgeglichener, vernünftiger, na ja, willenloser werden würde.
Diese Hoffnung hält sie zeitweise am Leben, wenn ich wieder einmal an ihren Nervensträngen bis zum Glühen säge.
Heidimami, das mit meinem Gerhard tut mir schrecklich Leid, da ist einfach das "HohenSalzburger - Temperament" mit mir durch gegangen.
Gleich nach dem notwendigen Krankenhausbesuch musste er ja liegen, mit allen mir zur Verfügung stehenden Zungenkussmethoden wollte ich mich bei ihm entschuldigen.
Ständig schrie er nur herum:"Lass das! Geh' weg! Runter mit dir!......"
Das tut doppelt weh, wenn eine Entschuldigung nicht angenommen wird, das darfst du mir glauben. Darum habe ich es -zig Male am Tag versucht, aber immer ohne Erfolg.
Mittlerweilen hat er das Bett verlassen dürfen, doch die "Weißkittler" haben ihm eingeredet, dass er es ohne Krücken nicht schafft.
Kranke soll man doch positiv stärken!
Also habe ICH das Bestärken in die Hand genommen und versuche ihm ständig klar zu machen, dass seine Gehhilfen reiner Schrott sind, beiße, zergle und ziehe an den Dingern, damit Gerhard endlich kapiert, dass er ohne diese "Klappklapp" auch gehen kann.
Bis jetzt habe ich den Kampf noch immer verloren, weil unser Gerhard stark und kräftig ist, sich vehement zur Wehr setzt und noch immer den "Kittelmännern in Weiß" vertraut.
Ich versperre ihm wo es nur geht den Weg, sitze in seiner Laufbahn, liege quer über seiner Laufspur, doch jedes Mal, wenn mein Herrli einen Schritt über mich machen müsste,
durchbohren mich die Röntgenblicke meiner Bossin, einflössend in mein Gehirn:"Stehst jetzt auf, du Gfrast!"
Mit ihr lege ich mich in der Wohnung nicht an, da habe ich keine Fluchtmöglichkeiten, hebe maulend meinen edlen Körper und verfrachte ihn auf eine Nebenstrecke.
Ich glaube, SIE meint, wenn ich nun ein Fräulein bin, würde ich in solchen Situationen kommentarlos (mir kommt das Lachen) das Feld räumen.
Demnächst fahre ich mit meiner Karin zur Apotheke, wo man ihr vielleicht klar machen kann, dass der Hormonhaushalt der Läufigkeit nicht mit Valium gleichzusetzen ist, schon gar nicht bei uns HohenSalzburgern!
Meine Karin hat doch mit dir telefoniert und hat dir von meinem LIEBSTEN Freund erzählt, das wäre doch DIE Gelegenheit - wie viele Enkelkinder hättest du denn gern, liebe Mama Heidi?
Deine frauliche Kimba
29. August 2010:
28. August 2010:
24. August 2010:
Liebe Mami Heidi,
wenn ich daran denke, muss ich mich noch immer ärgern, obwohl es schon einige Zeit her ist.
Du weißt ja, dass ich mehrere Wochen mit meinen komischen Fäkalbakterien herumgekämpft habe. Obwohl es oft sonnig und heiß war, durfte ich nie plantschen gehen.
"Das ist nur zu deinem Besten, du musst gesund werden!",
hieß es mit Bundesheerton seitens meiner besseren Hälfte.
Was blieb mir anderes übrig als zu akzeptieren, lebte zu Hause mit einer EXTRA FÜR MICH angeschaffter Klimaanlage und beim Gassigehen rann mir der Schweiß von meinem edlen Näschen.
Dann endlich, nach einer Ewigkeit, ich konnte es kaum fassen, packte meine Karin die mir bekannten Utensilien ins Auto. Ein Blick genügte:"Huchuu, Wasser, Baden, Plantschen, Schwimmen!" Unsere Freundin Lizzy war auch mit von der Partie.
Ich konnte es kaum erwarten, mich in die kühlen Fluten zu stürzen. Meine Karin versuchte es sich auf ihrem Liegebett bequem zu machen. Ihr Knie ist ja operiert worden und sie bewegte sich noch etwas wie "Hinkelotta".
Gegen Mittag war BigBoss Karin der Meinung, dass kleine (?!?!) Hunde ein Mittagsschläfchen nötig hätten, eigentlich vor allem sie selbst. Meine Leidensgenossin Buffy widersprach mit keinem Ton, suchte sich einen Buschen und haute sich in dessen Schatten. Die kennt sie schon länger, die versucht erst gar keinen Widerspruch!
Stell' dir vor, und das erwartete sie auch von mir!
Wochenlang hält sie mich in Quarantäne, kein fremdes Wasserschüsselchen, keinen Kontakt mit anderen fremden Hunden, Extremhygiene pur und nun:
"Kimbaaaaa, such' dir einen Strauch und schmeiß' dich in den Schatten!"
"Die hat 'nen Knall, von einem Extrem ins Andere, pingelige Sauberkeit - absoluter Dreck!", ich spazierte auf und ab, hin und her.
"Sie liegt in ihrem sauberen Stuhl, und mich schickt sie in die Pampas, ohne Badetuch, ohne Decke, ohne steriles Tuch auf den nackten Boden, mit mir nicht!" und stapfte weiter murrend vor mich hin.
Wenn es nach meiner Karin gegangen wäre, würde ich mich vermutlich heute noch auf meinem Demonstrationszug befinden.
Lizzy, Karin's Freundin, die Einfühlsame, nicht so kaltherzig wie meine Karin, opferte sich, stand auf und erklärte:" Die findet keine Ruhe, ich hole ihr die Hundefaltbox aus dem Auto."
DIE HAT WENIGSTENS EIN HERZ FÜR KLEINE, SCHWARZE UNVERSTANDENE HUNDE!
Als Lizzy zurück kam, klappte sie flugs das Nothausi auf und BAT mich, mich hinein zu legen.
DER TON MACHT DIE MUSIK!
Also stieg ich hinein, drehte mich kurz und legte mich genüsslich in die saubere Box. Bald war ich im Land der Träume, nachdem ich noch kurz über meine Karin den Kopf geschüttelt hatte:
Sag' mal, Heidimami, wie ist es möglich, dass jemand seine Prinzipien so oft wechselt wie seine Unterhöschen.
AUS MEINER KARIN WERDE ICH NIE SCHLAU!
30. Juni 2010:
Hallo Mami Heidi,
ich muss dir gleich ganz etwas Verblüffendes erzählen, aber vorher, ich zerplatze vor Neugierde, muss ich dir eine Frage stellen:
Fliegen bei euch in Salzburg die Marienkäfer auch nachts und schlafen sie auch in einer rückenschaukelnden Postion mitten auf der Straße? Haben sich eure Marienkäfer ebenso zu einem Rieseninsekt mutiert? Lass' mich berichten!
Vorige Woche, es war schon spät am Abend,wollte ich noch unbedingt raus eine Runde Gassi gehen. Ich suderte und bettelte, setzte meinen "Du schmelzt gleich nieder Blick" auf und endlich hatte sich meine Karin verständnisvoll gezeigt. So nahm sie also unsere Rollleine, schlüpfte in ihre Schuhe und auf ging's Richtung Freiheit.
Doch leider endete meine Unabhängigkeit nach wenigen Metern vor der Hauseingangstüre.
Karin's unumstößlicher Kommentar:" Ohne Leine geht gar nichts, du stellst und verbellst nur wieder jeden Strauch, jeden Baum, jeden Igel,der es wagt, deine Laufbahn zu kreuzen!"
Mit einem Ohr hörte ich zu, das zweite widmete sich bereits einer mir wohlbekannten von der Ferne zu mir dringenden Stimme.
In manierlichem Getrab begann ich also meinen Abendspaziergang, am hinteren Ende in fünf Meter Abstand meine Karin.
Abrupt blieb ich stehen und lauschte in den Abend hinein. Nun hatte mich mein Frauli eingeholt und stand direkt hinter mir.
"Diese Stimmen, die kenn' ich doch!".............. in Windeseile in diese Richtung, galoppierend wie ein Rennpferd. Ich spürte einen eigenartigen Ruck vom Leinenende, aber da hatte ich schon Karin's Freundin mit ihrem Vierbeiner erreicht.
Voller Freude begrüßte ich sie stürmisch, hüpfte und sprang, keifte aus voller Brust und dann....wunderte ich mich, wo mein Frauchen so lange blieb.
Ich hatte sie doch als Anhängsel in einem Fünfmeterabstand mitgezogen. Ich wandte meinen Blick zurück... und da lag er, der Marienkäfer. Auf dem Rücken, strampelnd, flügelflatternd und wie ich schon erwähnt hatte: riesengroß, ein Mutant, wie es des öfteren in diesen "Science Fiction - Filmen" gezeigt wird. Insekten wachsen und wachsen, schließen sich zusammen und attackieren die Menschheit.
Dieser Marienkäfer war aber ganz alleine, verbrüderte sich mit niemanden, und attackierte nicht die Menschheit, sondern mich.
Als sich nämlich dieser vermeintliche, mutierte Marienkäfer stöhnend und klagend von seiner Schlafstelle aufgerappelt hatte, vergaß ich schnell jeden Gedanken an irgendwelche Ungeheuerfilme, denn MEIN Horrorfilm sollte soeben beginnen.
MARIENKÄFER = MEINE KARIN, polterte wutentbrannt auf mich zu, führte in strengem Ton ein Vieraugengespräch mit mir. Ich war sehr froh, dass es spätabends war, denn sonst wäre diese Unterhaltung auch noch ziemlich laut ausgefallen.
Karin's Freundin Lizzy hielt sich den Bauch vor lauter Lachen und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Verstand ich überhaupt nicht, was es da zu grinsen gab. Doch vielleicht galt Lizzy's Gekudere gar nicht mir, sondern MEINEM MARIENKÄFER?
Ich sag's dir, liebe Heidimami, auch in Wien gilt der Spruch:
"IMMER AUF DIE KLEINEN!"
17. Juni 2010:
Hallo, ich bin's, deine Kimba!
Ich sag's dir - nichts darf man hier in Wien, rein gar nichts!
Dabei hatte der sonnige Samstag so wunderbar begonnen. Meine Karin packte in aller Herrgott's Frühe eine große Tasche, schnappte sich Sonnenschirm und Luftmatratze, brachte alles in ihr Auto und war an diesem Tag sehr zugänglich: Sie nahm Buffy und mich mit!
Wahrscheinlich deswegen, damit ich nicht wieder mein Talent zum Innenarchitekten entdecke.
Nach einer angenehmen Autofahrt kamen wir bei vielen Büschen an, dahinter versteckte sich ein verlockendes kühles Nass, das mich magisch anzog. Frauli nannte es das Mühlwasser.
Nachdem meine Karin und ihre Freundin Lizzy, die auch mit von der Partie war, ihre Habseligkeiten auf der Wiese verteilt hatten, man hätte denken können, wir bleiben einige Tage, widmeten sie sich endlich uns, den Hauptpersonen!
Immer muss man warten, geduldig sein, brav sein.......dann durfte ich endlich den Sprung ins Wasser wagen. Meine Karin genoss es sichtlich auch, sich im Wasser herum zu wälzen.
Doch viel zu schnell wollte sie das angenehme Bad im Mühlwasser beenden. Sie flackte sich in ihren Liegestuhl und ließ ihre Kimba Kimba sein.
Weißt du, Heidimami, sie hat bis heute noch nicht kapiert, was für Powermädel wir HohenSalzburger sind. Ich wollte ihr nur ihre Ruhe gönnen, aber gerade weil ich rücksichtsvoll war, begannen unsere Meinungsverschiedenheiten.
Ich durchpaddelte das ganze Gewässer, inspizierte jeden Fußbreit Boden, schwamm mit Lizzy zum anderen Ufer.... es war herrlich, sich so richtig auspowern zu können.
Aber SIE wollte immer, dass ich ein Erholungsnickerchen mache, denn die BRAVEN zwei Hundewinzlinge würden es schließlich auch tun!
Mit allen Mitteln versuchte sie es, sogar mit Bestechung durch einen Kalbsknochen. Etwas missmutig kaute ich daran herum, gäbe viel Interessanteres zu entdecken.
Meine Karin flackte noch immer gemütlich in ihrem Liegestuhl, da bekam ich plötzlich Bauchizwicken. Gleich in unserer unmittelbaren Umgebung lag da ein fein säuberlich ausgebreitetes Badetuch, der Besitzer war sich gerade ertränken gegangen.
Irgendwie zog mich dieses saubere Tuch magisch an, ich trabelte also darauf zu, stellte mich darauf und wollte meinem Bauchizwicken ein Ende setzen. Popo nach unten, Buckelchen gemacht und ........da schoss, Betonung auf SCHOSS mein Frauli aus ihrem Stuhl hoch und SCHOSS auf mich zu.
Total irritiert durch Karin's Angebrause hüpfte ich zur Seite und "Pfffffffff!" - glatt daneben.
Richtig beschämend, na die führte sich auf, die Karin. Sie kann es einfach nicht lassen, alle Leute durch ihr Gezeter und Gefuchtel aufmerksam zu machen. Ich glaube, sie muss immer im Mittelpunkt stehen und ich armer Tropf stand im Abseits.
Warum sie sich nur so aufregte: Dieses saubere kuschelige Tuch hat mich an meine Kinderstube erinnert, bei dir Heidimami lagen auch viele saubere gutduftende Tücher herum, da durften wir "Pffffff..."- nicht einmal Kindheitsträume darf man ein zweites Mal erleben.
In der Hoffnung, meine Karin würde bald wieder vom Gas runter steigen, wollte ich meinen Knochen holen und daran lutschen, doch der war weg. Die kleine Buffy hatte ihn gestibitzt, lag unterm Liegebett und zeigte mir ihr schönstes Lächeln!
Na gut, ließ ich ihr den Erfolg und steuerte wieder auf das Mühlwasser zu.
Runde für Runde, Wälzen im hohen Gras, wieder hinein ins kühle Nass.
Meine Karin hatte um vier Uhr nachmittags beschlossen:"Die hat nur mehr rote Augen vor Müdigkeit, muss ja schon einen Muskelkater haben, wir fahren nach Hause!"
Sie hatte aber die Rechnung ohne ihren Wirt gemacht, Kopf hoch, Schwanz steif und ab ins Wasser. Natürlich Karin und Lizzy hinter mir her.
Was nun passierte, war echt beschämend, ich hoffe, dass die Beiden bald lernen, sich ordentlich zu benehmen. Sie müsste als Bettlektüre einmal den "Knigge" mitnehmen.
Ich war gerade beim Losschwimmen, da packte mich unsittlich meine Karin am Schwanz, ich ruderte und paddelte mit meinen schon ausgeprägten Kräften, da kam doch von hinten Verstärkung für Karin, Lizzy zog an Karin. Zwei gegen ein kleines Zwerglein, unfair!
Du bist doch Lehrerin, Heidimami, du kennst doch sicher das Märchen "Die goldene Gans", nur hätte es in meinem Fall "Die widerwillige Kimba" heißen müssen.
Mit vereinten Kräften zogen sie mich schwanzvorderst ans Ufer, rubbelten mich ab, boxierten mich ins Auto und beförderten mich, war stinkesauer, nach Hause.
Ich kann's nur wiederholt betonen, mit DER mach ich was mit, bis ich groß bin!
Zugegeben, daheim füllte ich mein Bäuchlein mit gschmackigem Essen, bewegte mich etwas steif in den Beinchen zum Schlafplatz und fiel auch Sekunden später ins Land der "Mühlwasser - Träume".
11. Juni 2010:
IST DIE KATZE AUS DEM HAUS, FEIERN DIE MÄUSE GEBURTSTAG!
Hallo Heidimama, ich bin's, deine "angry" Kimba, kannst du für mich eine Beschwerde beim obersten Gerichtshof einreichen?
Tatbestand: Popoklatsch, Kindesmisshandlung!!!!!!
Meine Karin und mein Gerhard, eigentlich unser, denn Buffy betrifft es ja auch, hatten vor einigen Tagen scheinbar etwas "Unanständiges" zu tun, denn sie ließen uns hier in unserer Wohnung allein.
Weißt du,.... natürlich weißt du es, wie ich mich fühlte?
Nebensache, zweite Wahl, diskriminiert, aussätzig, ......
Ich ausgeruht und bereit zu großen Abenteuern, hocke hier drinnen und kann Däumchen drehen.
Ich sag's dir, rein aus schlechtem Gewissen, weil sie mich so sträflich vernachlässigten, ließ meine Karin die Schlafzimmertür offen.
Ich wollte es gar nicht, aber dann konnte ich nicht anders.
Hätten sie mich mitgenommen, nichts wär' passiert, aber so....
wollte ich die Zeit des Alleingelassenseins nützen, um Umgestaltungsarbeiten im Bettchenraum in Angriff zu nehmen.
Mein Geschmack ist eben anders als der meines Frauli's, und so dekorierte ich das Bett mit der Vase, den darin befindlichen Steinchen und Blüten, die SIE lieblos am Fenster stehen hatte.
Räumte dies und das an andere Plätze, langsam wirkte unser Schlafgemach viel wohnlicher, nicht so spartanisch kühl.
Damit meine Karin und ihr Gerhard meine Überraschung nicht gleich bemerkten, schloss ich noch die Türe mit einem eleganten Popowackler.
Nicht lange danach hörten wir den Schlüssel im Wohnungsschloss.
Meine Karin ist sonst immer eine ganz liebe, die schnurrt wie ein Kätzchen, doch dieses Mal nicht.
Ich weiß nicht, warum sie sofort meine Überraschung sehen wollte.
Sie riss die Schlafzimmertüre auf und das, was dann zu hören war, war kein Schnurren, sondern ein Fauchen.
Sie packte mich am Kragen und versohlte mir meinen Popo, aber ordentlich - grundlos, sie hätte mir eigentlich dankbar sein sollen.
Aber versteht einer meine Karin, verstehst du sie?
Nach dieser demütigenden Misshandlung zog ich mich tief gekränkt in mein Körbchen zurück.
Ich duckte mich ganz tief hinein um zu überlegen, welche Maßnahmen ich ergreifen könnte.
Ich habe ihr deswegen mein Gesichtchen nicht sehen lassen, denn mein Frauli ist hellseherisch:"Ja, die kann sogar meine Gedanken lesen!"
Sie hätte bestimmt überzuckert, was ich im Schilde führe - eine Beschwerde bei Gericht wegen einer bewussten Kindermisshandlung.
Nein, Heidimami, das war keine Affekthandlung, das war vorsätzlich!
Glaubst du, ich würde bei Gericht mit meiner Anzeige durchkommen?
Den ganzen Abend wollte ich die Beleidigte und Gekränkte spielen, doch als es Zeit zum abendlichen Gassigang war - nein, die Freude machte ich ihr nicht, dass ich nicht mitkomme.
Womöglich hätte meine Karin es auch noch genossen!
So entschied ich mich, unseren Wohnbezirk wie eh und je lautstark und selbstbewusst zu durchforsten, am anderen Ende der Leine meine Karin:"Kimba, Ruhe, Kimba, lass' das!"
Das war meine Revanche!
25. Mai 2010:
Liebe Heidimami,
letzte Woche klingelte bei uns zu einer noch nachtschlafenden Zeit, nämlich um 8.00 Uhr in der Früh, meine Karin hatte noch Urlaub und ihr Gerhard sägte auch noch Bäume in Wien um, unsere Türglocke.
Gerhard sprang wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett, ich gleich hinterher, bin doch der Wachhund der Familie, könnten ja Gauner sein!
Also ich, furchtlos wie Ritter Camenbert, stellte mich schützend vor unseren Gerhard, der gerade die Wohnungstüre geöffnet hatte.
Draußen stand ein Fremder, ein Mann in Uniform, dem es gleich alleine durch mein Erscheinen die Sprache verschlagen hatte.
Während er stumm wie ein Fisch dem Gerhard ein Päckchen in die Hand drückte, brach der vollkommene Wachhund in mir durch.
Wo EINER ist, könnten doch auch MEHRERE sein!
Ich stürzte also die Treppen hinunter, und mein Gerhard, wisst ihr, wie jemand aussieht, der gerade aus dem Bett gehüpft ist, brüllte verhalten, er wollte nicht die anderen Bewohner wecken, hinter mir her.
Er versuchte in Pyjamajacke und Unterhose mit allen Mitteln, unter anderem mit meiner sonst so geliebten Beißwurst, mich zum Umkehren zu bewegen.
Der Päckchenbringer stand noch immer wie zur Salzsäule erstarrt im Flur.
Endlich hatte ich die große Eingangstüre unten erreicht, kein weiterer Bösewicht zu sichten, da war ich ja beruhigt.
Durch das aufgebrachte "Unterhosengehüpfe" unseres Gerhards war auch meine bessere Hälfte Karin aus dem Schlaf gerissen worden.
Genauso wie Gerhard, der mittlerweilen schon hinter mir her war, wollte sie, ECHT PEINLICH, in ihrem Schlafhemdchen die Stiege runter, mir die Leviten lesen. Gottseidank musste sie noch einmal zurück den Schlüssel holen, das nahm ihr etwas den Wind aus den Segeln. Wäre in diesem Moment die Wohnungstüre zugefallen,
ich denke, da hätte meine letzte Minute geschlagen.
Stell dir vor, liebe Heidimami, zwei fast Nackte sausen in einem Stiegenhaus in Wien treppab, nur weil ich wieder einmal meinen Pflichten nachgekommen bin.
Weißt du, wie viele Haustüren in unserem Zuhause aufgehen hätten können, denn leise waren meine Beiden gerade nicht, im Gegensatz zu mir. Ständig brüllten sie:"Kimba, Kimba, mach sofort, dass du rauf kommst!"
Für mich war es ja lustig anzusehen, als zwei wackelnde Popo's in Unterhöschen unterm kurzen Hemdchen die Stiege herunter gewetzt kamen.
Die zwei hatten Glück, dass ich ihnen schon wieder entgegen kam. Denn hätte ein Außenstehender meine Karin und meinen Gerhard derart gesehen, dann hätte man sie ohne zu zögern,...... ich weiß nicht, wie man es in Wien nennt, aber du hast zu uns 11 Zwergen ab und zu gesagt:"Ihr bringt mich noch nach LEHEN!"
Ich habe mich so geschämt, nein, nicht für mich, sondern für meine beiden Nackedei's.
An den folgenden Tagen habe ich oft die Zeitung durchgeblättert, Gottseidank kein Bericht, der dann wahrscheinlich gelautet hätte:
MORGENDLICHER SEXSKANDAL IN WIEN!
17. Mai 2010:
Hallo Heidimami, ich bin's schon wieder, deine zornige Kimba.
Bevor dich mein Frauli anruft und dir das, was sich hier in Wien abspielt, wieder einmal aus ihrer subjektiven Sichtweise erzählt, möchte ich meiner Karin zuvor kommen.
Ich bin halt genauso wie alle anderen HohenSalzburgerInnen ein Springinkerl, renne für mein Leben gern - egal ob da jemand im Weg steht oder nicht - , tobe gerne, hüpfe gerne wie ein Geißlein und drehe mich dabei um mich selbst, und von einer Sekunde auf die andere plötzlich mein hysterisches "AUA"!
Zuerst wusste ich gar nicht, was mir weh tut. So habe ich in meinen vor Schmerz zuckenden kleinen Körper hineingelauscht und herausgehört:
" Zehe klopft - Zehe sticht - Zehe morst zum Köpfchen: Schmerz!"
Meine Karin hat sich rührend um mich gekümmert, doch bei jedem Schritt war da der schneidende Schmerz in meinen Zehlein.
Na klar, zur Tante Weißkittel, Vorderbeinchen auf eine Platte, ssssssssssss......, Bildchen ohne Fleisch gemacht!
Tante Doktor erklärt meiner mit 200 rasenden Karin:"Nichts gebrochen, gezerrt, Schonung - ich denke oh Gott, und nur an der Leine - ich verzweifle oh großer Gott!!!!!
Wer mein Frauli kennt, in solchen Dingen ist sie rigoros, sagt aber wegen ihrer schwerkranken Kimba nicht das Agilityturnier mit ihrer Buffy ab.
NEIN, liebe Heidimami, sie will nicht bei mir bleiben, mich trösten und streicheln, Aua - Pfoti halten und mich in den Schlaf massieren!
Samstag Früh schnappt sie MEINE Buffy, zeigt mir die kalte Schulter und meint so nebenbei:"Du bleibst hier, dir geht es nicht gut, du musst dich schonen!"
Glaubst du, sie hätte mich ein einziges Mal gefragt, ob ich mit möchte und ob ich es mir zutraue?
Sie ließ mich einfach stehen, in der kalten Wohnung, ohne Essen, nur Wasser und als Gesellschaft ihren(meinen) Gerhard.
Ich war so sauer, dass sie mich einfach HERZLOS stehen ließ und so bellte ich und schimpfte aus Leibeskräften!
An den Wortlaut kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, aber Karin behauptet, dass ich Folgendes nachgebellt habe:
"Wartet nur ihr A...... bis ihr wieder nach Hause kommt".
Irgendwann kam dann die Freundin meiner Karin, der die Ehre zu Teil wurde, mit mir KURZ Gassi zu gehen.
Ich, stinkesauer auf die ganze Welt, ließ meinen Frust auf die arme Gassiführerin aus. Mensch war die froh, als sie mich kleines Ekel wieder zu Hause abliefern konnte.
Dann endlich nach stundenlangem Warten das bekannte Trippeltrappel meiner Beiden im Flur.
Voller Stolz über den erreichten 3. Platz betraten sie die Wohnung. Ich scherte mich wenig um ihren Erfolg, ich musste meinen aufgestauten Frust und meinen Zorn loswerden.
Da kam mir meine Freundin Buffy gerade recht in den Weg, ein gezielter Nackenbiss, jetzt ging es mir gleich viel besser.
Nun konnte ich voller überschwänglicher Freude meine Karin begrüßen, die aber in diesem Moment gar nicht begeistert aus ihrem sonst lieblichen Gesicht schaute.
Weißt du, Heidimami, das verstehe ich nicht: ICH bin verletzt, ICH brauche ihre Liebe und Fürsorge, ICH werde alleine gelassen, ICH darf nicht mit und dann.... darf ICH sie auch nicht freudigst begrüßen.
SIE, Buffy, habe ich nur einmal leicht angeknabbert, vermutlich aus Hunger.
Zähle nun die ICH und die SIE, das ist doch wohl eindeutig, dass ICH den Kürzeren gezogen habe.
Ungerecht geht es auf der Welt zu, ich arme kleine Kimba!!
Bussi, liebe Heidimami, ich freue mich schon auf Kottingbrunn
10. Mai 2010:
Liebe Heidimami, hier spricht deine schwarze Wienerin!
Stell dir vor, was mir neulich passiert ist.
Du weißt ja schon, dass ich für Frauli's Füße die Wärmflasche bin. Ich habe so meine eigene Taktik, dass ihre kalten Zehlein wieder kuschelig warm werden.
Doch letzte Woche beförderte sie mich, mein Frauli, ganz lieblos aus der gemeinsamen Schlafstätte. Sie behauptet zwar, ich hätte so tief und fest geschlafen, dass ich selbst aus dem Bett geplumpst bin.
Doch das kann ich mir gar nicht vorstellen, denn ich bin ja ein WACHHUND, und die dürfen nur dösen und bei jeglicher Gefahr müssen sie ihren Mann(Frau) stehen.
Also wie gesagt, es hat einen fürchterlichen Plumps gemacht und ich bin gegen unseren Schlafzimmerkasten gedonnert.
Meine Karin saß senkrecht im Bett, ich heulte und jammerte wie ein getretener Kojote, mir tat mein Vorderbeinchen soooooo weh.
Meine kleine Partnerin Buffy war ebenfalls aus dem Schlaf gerissen worden und quietschte in ihrer Stimmlage aus Leibeskräften.
Mich machte stutzig, dass mein Frauchen mich sofort wieder in "unser" Bettchen hob, mein Beinchen massierte und tröstend meinte:"Das ist gar nicht so schlimm, das vergeht schon wieder!"
Wenn sie mich wirklich aus dem Bett befördert hätte, wäre das Trösten eine scheinheilige Handlung gewesen. Das traue ich aber meiner Karin nicht zu, sie mag mich nämlich sehr, auch wenn ich OFT ihren Blutdruck auf 200 bringe.
Na was meinst du, Salzburgmami, war es Absicht oder bin ich wirklich schlafgewandelt.
Auf jeden Fall habe ich mit dieser Aktion die gesamte Familie um dreiviertel sechs Uhr Früh in Bewegung gebracht.
Nach einer Beruhigungszigarette ( NEIN NICHT ICH, ICH BIN NOCH ZU KLEIN!)
hauten wir uns zu dritt wieder auf's Ohr und genossen noch eine Mütze Schlaf.
Während mein Frauli mit ihrer warmen Hand mein "Auapfoti" hielt und ich langsam wieder ins Land der Träume eintrat, überlegte ich hin und her:
"Hat sie oder hat sie nicht?" - "Nein, kann gar nicht sein, sonst würde sie ja die beste "Füßewärmerin" in Wien verlieren.
"Nicht wahr, Heidimami, du bist auch meiner Meinung!
10. April 2010:
Gestern hatte ich noch ein langes Telefonat mit Karin, doch weil Kimba's Frauli außer "die is a Wahnsinn" nicht viel mehr heraus gebracht hatte, ließ ich mir vom kleinen schwarzen Unschuldslämmchen selbst die wahrheitsgetreue Story zu den aktuellen Bildern erzählen:
Am Osterwochenende fuhren wir zum Onkel in die Steiermark, den ich schon von früher kannte, weil er dabei war, als mein Frauli mich bei euch in Salzburg abholte.
Mann, da war es toll, Freiheit, wohin man sah.
Der Onkel freute sich mächtig, dass er mich hübsches Mädchen bei sich hatte, aber ich glaube, er war mehr als froh, als ich nach dem Weekend wieder nach Wien abzischte.
Herrli, Frauli, Buffy und ich durften im Erdgeschoß wohnen, damit ich jederzeit raus konnte. Ich nutzte natürlich jede Gelegenheit, durch einen offenen Spalt einer Tür meiner Sehnsucht nach Freiheit genüge zu tun.
Zeitweise war mein Frauli rot vor Zorn im Gesicht. Dabei erkundete ich nur jeden Fußbreit der Gegend, bin doch schon groß, warum also dieses Gemecker, wenn ich selbstständig bin?
In der Nacht ließen sie mich gar nicht von der Leine, ich war stinkesauer und schimpfte meine Leute aus Leibeskräften.
Es hieß immer:"Das ist nur zu deiner eigenen Sicherheit!" Papperlapapp!!!!
Der Onkel, dem das Haus gehört, schlief im ersten Stock. Der musste manchmal nachts auf die Pippibox. Da unsere Schlafzimmertüre offen stand, damit ich jederzeit Wasser trinken konnte, und es stockfinster im Hausi war, musste ich natürlich ganz besonders toll auf meine mützende Gesellschaft aufpassen.
Es war keine Absicht dich zu ärgern, mein Frauli, doch wenn ich eine Türe sich öffnen hörte, wollte ich dich nur warnen!
Ich setzte mich mitten ins Vorzimmer, machte meinen Körper steif, strengte meine Äuglein an, um den vermeintlichen Feind zu fixieren, dann knurrte ich eh ganz leise. Doch der Einbrecher da oben sollte ruhig wissen, dass ich ihn keine Sekunde aus den Augen ließ.
Frauli meinte, dass sie mich für diese regelmäßigen Ruhestörungen die ganze Nacht ins Schlafzimmer sperren müsste und hat es auch getan.
Nicht einmal aufpassen auf sie darf man!
Den größten Spaß bereitete es mir, mich in allem Möglichen zu wälzen, verschiedene Düfte zu sammeln. Sicherlich sehr wichtig für die spätere Fährtenarbeit!
Doch mein Boss stellte fest:
"DU STINKST! Ab mit dir unter die Brause!"
Na, was soll ich sagen, ehe ich überlegen konnte, was das bedeutet, stand ich schon im Dauerregen. Gerubbelt und geseift, wehrlos stand ich da. Traute mich nicht zu rühren, denn Frauli hatte ihre Rümpfnase aufgesetzt.
Nach überstandener Tortur ließ sie mich in den Garten, da konnte ich nicht anders: ich stellte mich vor sie hin und schimpfte sie ordentlich aus. Das kann man mit einer HohenSalzburgerin nicht so ohne Weiteres tun.
Wenn ich aber ehrlich bin, ich fühlte mich nach dem Trockenwerden wie ein Faserschmeichler, angenehm wohlig, aber das braucht meine Karin ja nicht zu wissen!
Am Ostermontag ging es wieder ab nach Hause nach Wien.
Lieber Onkel, ich komme bald wieder, freust du dich auch so wie ich?
20. März 2010: